Alessio Brandolini im Verkostungsraum

Bei Alessio Brandolini reicht es nicht über Weinkunst zu reden; im Verkostungsraum sind wir von Kunst und Weinkunst umgeben: an den Wänden, auf den Flaschenetiketten und im Blick aus dem Fenster. Hinsichtlich dieser Aspekte ist Alessio sehr stolz und leidenschaftlich.

Wir befinden uns im Valle Versa, ein  großzügiges Weintal. Dokumente bezeugen das Dasein des Weinguts seit dem Jahr 1870, aber es geht sicherlich auf noch weitere Jahre zurück.

Heutzutage hat das Weingut eine Größe von 12 Ha.  und  produziert jährlich um die 65/70.000 Flaschen.

Ich frage Alessio, was für ihn besonders von Bedeutung sei. Er ist erstaunt, daß es nicht selbstverständlich und fassbar ist;  ich hätte von alleine darauf kommen sollen:

der Respekt für die Natur, das Terroir!

Als wir vom Tisch aufstehen, begleitet er mich nach draußen und mit einer Armbewegung weist er auf die  Weinberge, die sich vor unseren Augen bis zur Ebene erstrecken.

Dafür braucht man keine Wörter: es ist einfach Kunst.

Kunst im Weingut

Im Verkostungsraum hängt ein Bild von Beppe Pasciutti, ein Künstler, der vor dem Fenster mit Blick auf die Weinberge saß und sich von der Landschaft und der Atmosphäre im Weingut inspirieren ließ, um seine abstrakte Vision dieser Aussicht darzustellen.

 

Bild von Beppe Pasciutti
Brandolini - Aus dem Fenster

Dazu  verwendete er die assyrisch-babylonische Keilschrift, mit Zeichen, die Himmel, Erde und Wasser darstellen und verband die Schreibform der ersten großen Zivilisation, mit dem Stil der Avantgarde des frühen zwanzigsten Jahrhunderts.

Die Zeichen und die Herbstfarben vom Oltrepò wollen die Freude und Vitalität des Ortes symbolisch wiedergeben. 

Auschnitte dieses Bildes finden sich auf allen Etiketten von Brandolini wieder.

Kunst im Wein

Es war zu früh, um mit Alessio eine Weinverkostung zu genießen, also habe ich eine Flasche geschenkt bekommen und mit nach Hause genommen. Ich war sehr neugierig und voller Erwartungen.

In einer lockeren Atmosphäre wurde am nächsten Abend der Korken einer Weißweinflasche für diesen Artikel gezogen. Über Kunst haben wir zuvor gesprochen und genau daran habe ich gedacht, auch beim Geruch des Weins. Ich konnte nicht aufhören, die delikaten Aromen aus dem Glas wahrzunehmen. Ein Ausströmen von angenehmen Düften, die auch schon von der Etikette, mit ihren bunten, vollen Farben und der abstrakten Darstellung der Weinberge, versprochen werden.

Il Bardughino 

Provincia di Pavia Bianco IGT   Trockene Malvasia - Rebsorte: Malvasia di Candia 100%

Provincia di Pavia Bianco IGT   Trockene Malvasia - Rebsorte: Malvasia di Candia 100%

Die Weinberge, der Sonne ausgesetzt, befinden sich auf einer Höhe zwischen 250 und 300 Metern in San Damiano al Colle. Ausschließlich in günstigen Jahrgängen hergestellt. Gärung in Stahltanks bei kontrollierter, sehr niedriger  Temperatur. Reduktiver Ausbau. Zehn Monate Reifung auf der Feinhefe bis zur Abfüllung, ruht dann  mindestens sechs Monate in der Flasche.

Die Farbe ist Strohgelb, intensive Fruchtnoten in der Nase (Birne, Aprikose, balsamische Kräuter). Ausgewogen im Mund, mit guter Struktur und langem Abgang.

Alkohol: 13% Vol.    Gesamtsäure: 6,5 g/l    Restzucker: < 2 g/l

Der Bardughino von Alessio Brandolini hat meine Erwartungen schlicht übertroffen und angeregt auch die anderen Etiketten zu entdecken.

Brandolini_Eingang
Brandolini – Die Kunst der jungen Winzer im Oltrepò
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